Chichichi lelele, viva Chile
Für die Fußballfans unter uns eine weitere Attraktion: CHILE gegen ARGENTINIEN! Ein super Spiel, bei dem letztendlich Chile 1-0 gewonnen hat, was eine große Überraschung ausgelöst hat. Selbst bei mir und einer Freundin von mir. Wir saßen in einer Bar, natürlich eine Sportkneipe und haben das Spiel über Liveschaltung im Fernsehen gesehen. Wo wir schon einmal aufgefallen sind, da wir zwei Deutsche waren und dann noch Frauen allein am Tisch.
UND dann noch ein echt gutes Spiel mit einem schlechten Ende für uns als Argentinien-Fans.
Das interessante an dem Abend war, dass am Nachbartisch drei Herren saßen, die uns nach dem Spiel angesprochen und wir ein bisschen über das Spiel geredet haben. Es stelte sich heraus, dass alle drei Herren eine längere Zeit in Deutschland gearbeitet haben und hin und wieder unse Komentare zum Spiel verstanden hatten, was wir natürlich nicht gehofft hatten. Aber so was kann hier dann doch immer mal wieder vorkommen. Einer der Herren sagt zu mir nur, dass ich ein schlechtes Deutsch spreche und er mich nicht immer verstanden hatte. Da habe ich erst einmal gestutzt und ihn gefragt, weshalb. Ich muss dazu sagen, dass meine Freundin aus Hambug kommt und ich aus München. Er meinte, sie spreche ein viel klareres Deutsch, als ich sei viel verständlicher. Da fragte ich ihn, wo er denn in Deutschland gearbeitet hätte und er sagte mir in Saarbrücken. Plötzlich musste ich lachen, und er schaute mich verdutzt an. Ich sagte ihm, dass man wohl im Saarland einen krasseren Dialekt spreche, als ich es tue. Aber eigentlich spreche ich gar keinen Dialekt. Naja er blieb trotzdem bei seiner Meinung, dass mein Deutsch schlecht wäre. Ich ließ es so stehen, denn ich wollte nicht mit ihm über meine Sprache diskutieren, und meine Freundin und ich verabschiedeten uns. Sie fuhr nach Hause, denn sie musste am nächsten Tag arbeiten und ich fuhr mit ‘nem Micro ins Zentrum, dort hatte ich mich mit ein paar Freunden aus der Uni verabredet. Wir wollten ein bisschen feiern gehen. Als ich am Plaza Italia ankam sah ich eine große Menschenmasse, die den Sieg Chiles feierten. Einige umzingelten ein Sendeauto eines chilenischen Fernsehsenders. Nein, sie umsingelten es nicht, sie hatten es völlig eingenommen und fingen an auf dem Auto herumzuspringen. Die Reporter versuchten so schnell wie möglich die Antenne auf dem Autodach einzufahren und von dort zu verschwinden. Denn langsam fingen die Leute auf dem Autodach an zu randalieren. Plötzlich drehte ich mich um, dann ich hörte Schreie, da sah ich, dass eine Horde von Menschen auf uns zu rannten und ihnen folgte ein gepanzerter Polizeibus. Ich drehte mich um und rannte los. Wohin? Egal wohin, einfach nur aus der Reichweite des Busses, denn dieser Bus hatte einen riesigen Wasserwerfer auf dem Dach. Das ist eine der Methoden der Carabineros hier in Chile, randalierende Fans oder auch Studenten zu bewältigen. Sie spritzen die Leute mit Wasser nach, aber dieser Strahl ist so stark, dass er selbst die Glasfenster an den Bushaltestellen zerbricht. Eine weitere Methode ist Tränengas, auch nicht gerade harmlos. Aber zurück zum Wasserwerfer, ich lief als der Masse hinterher. Einfach nur weg, raus aus der Reichweite. Da kam ein zweiter Wasserwerfer um die Ecke und ein paar Jugendliche und ich sahen keinen Ausweg mehr, als uns in eine Ecke des Movistar-Gebäudes zu verziehen und zu hoffen, dass der Strahl uns hier nicht trifft. Glück gehabt, es felten etwa zwei Meter, dass wären wir nass geworden. Der Bus fuhr an uns vorbei und man hörte nur noch Schreie und Glas zersplittern. Als die Luft rein war, habe ich mich auf den Weg zum Treffpunkt gemacht. Auf dem Weg dorthin lief ich hinter einigen Jugendlichen her, die schon ziemlich angetrunken waren und angetrunkene Chilenen machen mir etwas Angst, denn die fangen dann meistens an zu randalieren. Auch die jugendlichen vor mir fingen damit an, sie nahmen einige Steine, die herumlagen und warfen sie gegen Fensterscheiben, dabei gingen auch einige Scheiben zu Bruch. Ich versuchte so schnell wie möglich an ihnen vorbei zukommen, denn ich hatte keine Lust Opfer einer Randale zu werden.
Zum Glück hatten sie nicht das gleiche Ziel wie ich und ich konnte sicher zum Treffpunkt, einer Disco namens „Miel“, gelangen.
Ein Arbenteuer erster Klasse!