Feb
20

Die geplante Überfahrt nach Chaitén - Der Tag danach

Am nächsten Morgen warteten wir auf den Anruf, aber wie wir uns das schon gedacht hatten: Es kam natürlich keiner! Auch so ne Art der Chilenen, zu einer Sache die Zusage geben und diese dann nicht einhalten. Also habe ich den ganzen Morgen, den ganzen Mittag und den halben Nachmittag versucht in diesem Büro irgendjemanden zu erreichen, aber es hat keiner abgehoben. Ich erinnerte mich, dass ich den Tag davor, also am Sonntag, dort gegen 17:30 Uhr angerufen hatte und, dass in der Zeit jemand im Büro wäre. Da auch an diesem Montag ein Schiff auslaufen würde, wusste ich, dass wir bis spätestens 23.00 Uhr im Büro jemanden antreffen würden. Denn wir entschieden uns mal wieder zum Hafen zu fahren, um die Angelegenheit persönlich zu regeln. Vorher musste ich mir noch einen Flug nach Punta Arenas besorgen, denn ich hatte die Nase gestrichen voll, von Schifffahrten, speziell mit Naviera Austral!
So gelangten wir gegen 19.00 Uhr zum Büro und dieses, als wir es betraten, war voll von Menschen. Bevor wir eingetreten waren meinte Paula nur: „Du hältst den Mund und sagst gar nichts. Ich werde das regeln.“ Ich sah, dass sie 180 war und dachte mir, gut, gut, ich muss nichts sagen. Ich stellte mich im Büro gleich mal in eine Ecke, um das folgende Spektakel zu beobachten. Im Büro saßen das Mädchen vom Vortag, ihre Vorgesetzte und zwei weitere Kolleginnen. Die Kollegin vom Vortag war nicht da. So fing Paula erst einmal den „Fall“ von gestern wieder ins Gedächtnis des Mädchens zu setzten und fügte hinzu, dass sie am Morgen auf den Anruf gewartet hätten, der aber ausgeblieben war. Da meinte das Mädel nur, dass sie sehr beschäftigt gewesen wäre und keine Zeit gehabt hätte. Ok, schlicht, die hatte es vergessen. Im Gespräch kam heraus, dass alles meine Schuld gewesen wäre: Ich hätte ja den Überweisungsdurchschlag an das Büro faxen sollen, was ich aber nicht gewusst hatte. Ihr Argument war nur: Das steht doch auf der Reservierung, ich erinnere, das Kleingedruckte. Die Vorgesetzte schaltete sich in das Gespräch, was mittlerweile ein Streit war, ein und plötzlich kam die Kollegin vom Vortag aus dem Nebenzimmer, denn sie hatte wohl das Gespräch mitbekommen. Diese erklärte nun der Vorgesetzten die Geschichte aus ihrer Sicht. Da gab die Vorgesetzte nach und schlug vor, mir das Geld zu überweisen. Doch wir wollten es bar auf die Hand, denn erstens ist die Frage immer, kommt das Geld überhaupt an und zweitens, habe ich gar kein chilenisches Konto. Nach einer kurzen Zeit und vielem Runmgedruckse, bekam ich dann doch das komplette Geld bar zurück und außer einer fehlenden Unterschrift meinerseits, war der Fall erledigt und wir konnten ein wenig triumphierend das Büro verlassen.
Ich habe daraus gelernt, Naviera Austral werde ich nicht weiter empfehlen. Die Leute sollten um diese Schiffsgesellschaft lieber einen großen Bogen machen!

Feb
20

Die geplante Überfahrt nach Chaitén

Nun, da ich, nach meinem Tag Busfahren auf der Isla de Chiloé, wieder in Puerto Montt angekommen war, beschloss ich noch einen Tag zu relaxen und dann mich mit dem Schiff nach Chaitén auf zu machen. So verging die Zeit wie im Flug und der Abend war gekommen, an dem mein Schiff ging. Ich hatte vorher, vor meiner Reise in den Süden, im Internet die Fahrt gesucht, sie gebucht und kurz darauf auch bezahlt. Also bin ich an dem Abend mit Mario und seiner Frau Paula zum Hafen gefahren, um dort das Büro der Schiffsgesellschaft Naviera Austral zu suchen und einzuchecken. Als wir das Büro gefunden hatten, war dies geschlossen und dein Herr der Security fragte uns was ich den suchen würde. Wir antworteten, dass heute um 1.00 Uhr das Schiff nach Chaitén auslaufen solle, doch er erwiderte nur, dass es heute Nacht kein Schiff gäbe und dass morgen eins um 23.00 Uhr auslaufen sollte. Ich meinte, ich hätte eine Reservierung für heute, doch damit kam ich auch nicht weiter. Denn er konnte mir nicht weiterhelfen und verwies mich auf einen Zettel, der an der Eingangstür des Büros hang und auf dem zu lesen war, dass morgen Nacht ein Schiff nach Chaitén auslaufen würde. Gut, also sind wir drei wieder nach Hause gefahren und die Kinder, von denen ich mich eine Stunde vorher erst noch verabschiedet hatte, schauten mich mit großen Augen an, denn sie hatten nicht erwartet, dass ich zurückkomme. Scherzhaft meinte ich, ich hätte sie so vermisst, dass ich nicht abreisen hätte können. Am nächsten Tag versuchte ich den ganzen Tag über in dem Büro von Naviera Austral anzurufen, doch ich erreichte niemanden. Erst so gegen 17.30 Uhr nahm jemand den Hörer ab. Ich erklärte der Dame auf der anderen Seite der Leitung meine Situation und fragte sie, ob es denn möglich wäre heute das Schiff zu nehmen. Sie antwortete mir, dass das Schiff um 23.00 Uhr auslaufen würde und ich daher so um 22.00 Uhr ins Büro kommen sollte, um mein Ticket zu bekommen. Gesagt, getan! Diesmal fuhren nur Paula und ich zum Hafen und Mario blieb zuhause bei den Kindern. Als wir im Büro ankamen, sagte, ich, dass ich heute Nachmittag hier angerufen hätte, nannte der Dame am Schalter meinen Namen und zeigte ihr meine Reservierung. Sie erinnerte sich an mich und suchte sogleich mein Ticket, doch sie fand keins, dass auf meinen Namen ausgeschrieben war. Das verstand ich nicht, denn ich hatte doch eine Reservierung und zeigte ich auch meinen Überweisungsdurchschlag, der Bank. Da fragte sie mich, ob ich denn diesen Durchschlag per Fax an die auf der Reservierung unten stehende Nummer geschickt hätte. Nun stutzte ich und meinte, nein, denn ich hätte nicht gewusst, dass ich dies hätte tun sollen. Gut, ich habe das Kleingedruckte gelesen, aber habe nicht ganz begriffen, was das bedeuten sollte und, dass das so wichtig war. Also meinte die Dame, dass sie nichts für mich tun könne und erst auf ihre Kollegin warten müsse. Diese befände sich an Bord des Schiffes, würde aber in jedem Moment zurückkommen. Als sie zurückkam, erklärte die Dame ihr meine Situation und die Kollegin meinte schlicht, dann druck ihr doch ein neue Ticket aus, es wäre doch noch genügend Zeit. Es war 22.30 Uhr. Die Kollegin ging wieder, denn sie hatte ein paar Schwierigkeiten mit einigen Passagieren und die Dame, besser gesagt das Mädchen, denn sie sah nicht viel älter aus als ich, fing an mir das Ticket zu erstellen. Als sie bei der Sitzeinteilung war, hörte sie plötzlich auf und beschäftigte sich mit der Abrechnung von diesem Tag. Sie zählte fleißig das Geld und wir standen da und beobachteten sie. In der Zeit hatte sie kein einziges Wort mit uns gesprochen. Als die Kollegin wieder zurückkam, fragte sie das Mädchen, was sie denn jetzt mit der Señorita mache. Das Mädchen fragte: „Mit wem?“ „Ja mit der Señorita, die da steht!“ und zeigte auf mich. Sie schaute mich an und sagte: „Nichts, sie wird nicht fahren!“ Das war das erste Mal, dass ich etwas über meine Fahrt erfuhr. Naja, aber mit uns, Paula und mir, hat ja keiner geredet. Es war fünf Minuten vor 23.00Uhr und ich stand immer noch im Büro. Das Schiff legte ab und verließ den Hafen. So gegen 23.15 Uhr meinte die Kollegin, dass es ihr sehr Leid tue, doch sie könne jetzt nichts mehr machen. Ich könne ja am Montag fahren. Doch ich wollte nicht und daher meinten wir, wir würden jetzt gerne wenigstens das Geld zurückbekommen, denn das wäre das Mindeste, was sie für uns tun könnte. Da meinte die Kollegin, das dies nicht ginge, sie hätte die Erlaubnis nicht dies zu tun und ihr Chef würde erst wieder Montag so gegen 10.00 Uhr im Büro sein. Sie schlug vor, mich um 10.30 Uhr anzurufen, um die Angelegenheit zu regeln. So gaben wir ihr die Festnetznummer von Paula und gingen.
Das interessante an diesem Gespräch war, dass die Dame beim Sprechen immer nur Paula angesehen hatte, ich aber daneben stand und auf ihre Fragen geantwortet habe. Irgendwann meinte Paula zu der Dame, dass sie doch bitte mit mir reden solle, denn schließlich sei ich der Passagier, um den es hier ginge und nicht sie. Doch das half nichts. Meine Reise war zwar das Thema des Gesprächs, aber die Teilnehmer waren die Dame und Paula, als „Figur“ und meine „Stimme“, die antwortete, denn sie machte keine Anstalten, mich beim Sprechen anzusehen.
Was für ein Abend!!!! Als wir zu Hause ankamen schaute mich Mario mit erstaunten Augen an und ich sagte nur, „Frag nicht!“ Es war bereits Mitternacht und wir setzten uns noch ein bisschen zusammen, um einen Tee zu trinken. Währendessen erzählte Paula Mario was geschehen war und weshalb ich zurückgekommen war, denn an diesem Abend konnte ich nichts sagen, ich war so enttäuscht und wütend, dass ich lieber den Mund gehalten habe.

Feb
17

Die Legende der Isla de Chiloé

Laut Legende besitzt diese Insel Schätze, sog. Legendenschätze. Dies sind die berühmten Holzkirchen der Franziskaner- und Jesuitenmissionen aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Diese sind kulturelle Botschaften und wurden daher zum Weltkulturerbe der Unesco ernannt.
Eine weitere kulturelle Botschaft ist der Legendenschatz, der besagt, dass die Isla de Chiloé keine Schöpfung Gottes sei, sondern die Erdschlange Tentenvillú und die Wasserschlange Caicaivillú. Tentenvillú schuf die Menschen und Caicaivillú entführte sie. Tentenvillú bemerkte den Raub und entfachte einen Zweikampf, der nicht enden wollte. Tentenvillú lies Berge entstehen, um die Menschen vor der Wasserschlange zu schützen und Caicaivillú versenkte im Gegenzug die Erde, riss Buchten in die Küste, um sie wiederzubekommen. Durch den Kampf weise geworden, einigten sich beiden schließlich, und die Landschaft Chiloés verewigt diese Geschichte: Sie ist von Hügeln übersät und es gibt kein noch so kurzes Küstenstück, das nicht von Buchten und Landzungen besetzt wäre. Man braucht gar nicht erst zu fragen: Chile kommt in diesem Schöpfungsmythos nicht vor.
Und dies sagen dir auch die Chiloten, die Bewohner der Insel, denn sie sind keine Chilenen, sie sind Chiloten. Notgedrungen gehören sie zu Chile, aber im tiefsten Herzen sind sie es nicht. Denn zwischen diesen beiden Bezeichnungen, Chilene oder Chilote zu sein, gibt es einen gewaltigen Unterschied.

Feb
17

Der kleine Süden Chiles

Nachdem meine Eltern und auch mein Bruder wieder nach Hause geflogen sind, dachte ich mir, es wäre Zeit die nächste Reise zu planen. Mein Ziel Puerto Williams, “EL FIN DEL MUNDO” - das ENDE DER WELT! Doch um dort hinzukommen, beschloss vorher ich ein paar Stopps einzulegen, um ein paar Freunde zu besuchen. So fuhr ich erst einmal mit dem Bus nach Valdivia. Da dies etwa zehn Stunden von Santiago entfernt ist, machte ich mich nachts auf den Weg, u. a. um einen Tag zu sparen. Der Grund, weshalb ich nach Valdivia fuhr, war, dass ich endlich wissen wollte, was die Chilenen sich unter dem Begriff deutsch vorstellten, denn jeder dem ich erzählte, dass ich Deutsche bin, antwortete mir, dass Chile im Süden eine deutsche Kolonie hat. Ja, diese Kolonie entstand Anfang des 19. Jahrhundert und erweiterte sich während des 2. Weltkrieges, als viele Deutsche nach Südamerika ausgewandert sind.
Dort angekommen, suchte ich mir erst einmal eine Unterkunft und machte mich dann auf den Weg, die Stadt zu erkunden. Bei einer Bootstour meinte der Tourleiter, man sähe jetzt auf der rechten Seite ein typisch deutsches Haus. In Wirklichkeit, war das für mich nicht typisch deutsch. Es war ein weißes Haus, in typischem Kolonialstil, welches nicht nur in Deutschland, sondern auch in England oder den USA zu finden gewesen wäre. Gut, die Besitzerin war Deutsche und dem entsprechend war dies ein deutsches Wohnhaus im Kolonialstil. Für mich ein bisschen verrückt, aber ok, so sind die Chilenen halt. Die Uni von Valdivia ist übrigens auch super schön. Als ich durch das Gelände lief, fühlte ich mich nicht wirklich wie in einer Uni, denn es stehen überall Bungalows, in denen sich die Kursräume, Verwaltung und Lehrstühle befinden. Drumherum befindet sich ein botanischer Garten, wo ich tatsächlich ein paar aus Deutschland bekannte Pflanzen entdeckt habe, aber alle in einer größeren Dimension. Naja, in Chile scheint ja fast quasi 345 Tage die Sonne.
Nach ein paar Tagen ging es dann weiter nach Puerto Montt. Dort wollte ich Mario, einen guten Freund, und seine Familie besuchen und bekam dann auch die Möglichkeit bei ihnen eine Woche zu bleiben - naja, länger als gewollt. Aber die ganze Geschichte von vorne. Mein Plan war, von dort mit dem Boot nach Chaiten zu fahren, den Vulkan zu sehen und dann mit dem Bus weiter nach Punta Arenas. Aber das typische Merkmal für meine Reisen hier in Chile - Pläne schmieden lohnt sich nicht, denn sie ändern sich ja doch wieder -, hat sich dann auch bestätigt. Aber bevor ich in See stach, wollte ich noch ein bisschen Puerto Montt und seine Umgebung unsicher machen. Schließlich gelangt man von dort in ein paar Stunden mit dem Bus zur Isla de Chiloé, der zweit größten Insel Chiles, nach Tierra del Fuego - Feuerland. Die Isla de Chiloé liegt unterhalb Puerto Montts und ist weltberühmt für seine Pfahlbauten. Die Häuser sind auf Pfählen ins Wasser gebaut. Leider hat es an dem Tag, als ich dorthin fuhr wie aus Kübeln geregnet und natürlich erst begonnen, als ich in Castro, der Hauptstadt der Insel, ankam. Bueno, mein Ziel war die Panamericana bis ans ende zu fahren. Das ist die Straße, die von Alaska bis Chile führt und fast alle Länder des Kontinents durchkreuzt. Das Ende befindet sich eben am südlichsten Punkt der Insel, in Quellón. Da wollte ich hin. Da es sowieso nur geregnet hat und ich keine Lust hatte im Regen durch die Gegend zu laufen, habe ich mir kurzerhand ein Busticket nach Quellón gekauft und bin dorthin gefahren. Auf dem Weg wurde unsere Fahrt wegen einem Autounfall unterbrochen. Die komplette Straße war gesperrt. In der Hinsicht hatten wir großes Glück, denn der Unfall war so gegen 14.00 Uhr geschehen und wir kamen dort gegen 16.00 Uhr an. D.h., dass die meisten Autos, die dort standen, bereist seit etwa zwei Stunden auf die Weiterfahrt warteten. Uns wurde gesagt, dass es etwa noch eine halbe Stunde hatte dauern sollen, doch nach etwa einer viertel Stunde ging die Fahrt dann weiter. Auf der Gegenfahrbahn kamen uns die Busse, die so gegen 13.00/13.30 Uhr Quellón verlassen hatten, entgegen, denn diese kamen an die Stelle, als der Unfall gerade erst geschehen war und mussten warten. Aber gut, was soll man machen, eine schmale, einspurige Straße, die bei einem Unfall komplett gesperrt ist. Das interessante an der Insel ist, dass die extrem hügelig ist und viele steile Küstenvorsprünge aufweist. Wie diese Merkmale Chiloés entstanden sind, erzählt eine Legende, die ich im nächsten Abschnitt euch erzählen werde, sonst wird der Artikel zu lang.
Ich kam also in Quellón, mit wenig Verspätung, an, aber es war bereits 17.00 Uhr und es regnete immer noch. Ich überlegte, was ich tun sollte, denn ich wollte eigentlich am Abend wieder in Puerto Montt sein und nicht die Nacht auf der Insel verbringen. So entschied ich mich am Busterminal zu fragen, wann der letzte Bus wieder nach Puerto Montt zurückkehren würde. Da alle Fahrzeuge auf Transportschiffe geladen werden mussten, gab es das Problem, dass ab einer bestimmten Uhrzeit keine Schiffe mehr fahren würden und man auf der Insel festsaß. Ich erfuhr, dass gegen 17.30 Uhr oder gegen 18.30 Uhr ein Bus fahren würde, der zweite aber der letzte sein würde. So entschied ich mich für den früheren, denn ich würde dann trotzdem erst so gegen 22.30 Uhr in Puerto Montt ankommen. 1,5 Std. von Quellón nach Castro und 3,5 Std. von Castro nach Puerto Montt. So war das Resultat dieses Tages nur eins: Busfahren! Aber ich hatte auch keine Lust im Regen mir die Insel anzuschauen, so habe ich die Landschaft gesehen und bin im Bus mit Leuten ins Gespräch gekommen. Das war mir an dem Tag einfach wichtiger. So kam ich dann gegen 23.00 Uhr auch bei Mario wieder an, der mich schon erwartet hatte, denn ich hatte vorher mit ihm gesprochen, dass ich um diese Zeit etwa ankommen würde.

Jan
13

Rückkehr nach BsAs

Ich bin leider etwas hinten her mit den Texten, doch meine Reise im Januar nach Argentinien und Uruguay folgt an dieser Stelle noch. SORRY!

Dez
30

Weihnachten in der Wüste

… ist wohl eines der seltsamsten Weihnachtsfeste, die man sich vorstellen kann. Aber auch eines der faszinierenden, wenn man an Heilig Abend oder an den Weihnachtstagen am Strand sitzt, die Sonne und die ganze Atmosphäre genießt.
Ja, so sah dieses Jahr mein Weihnachten aus, denn als mich meine Eltern und mein Bruder besuchten, sind wir in den Norden geflogen, genau genommen nach Caldera, und haben dort die Weihnachtstage verbracht. Caldera ist ein eine kleine Stadt in der dritten Region in Chile, direkt am Meer gelegen.

Last euch überraschen wie es weiter geht. Die Fortsetzung folgt bald.

Dez
20

Ein unbeschreibliches Abenteuer! Teil 2

Nachdem ihr ja bereits erfahren habt, wie unsere Fahrt in unserem “Special-nicht-für-Chile-gebauten” Auto war, erfahrt ihr in diesem Teil, wo denn unsere Fahrt entlangging und was wir alles auf dieser gesehen haben.
Von Concepción, einmal noch am Strand vorbei, ging die Fahrt nach Constitución, einer kleinen Hafenstadt etwas oberhalb von Concepción. Die Stadt selbst war sehr klein und hatte nur wenig Charme. Ein paar Gassen mit bunten, stilvoll bemalten Häusern und natürlich den Plaza de Armas, den fast jede chilenische Stadt besitzt, ihr Zentrum. Aber um dort hinzukommen, fährt man durch viele kleine Fischerdörfer direkt am Meer entlang. Die Aussicht lockte doch immer wieder mal den Gedanken herbei, auszusteigen und hineinzuspringen. Nur eins darf man nicht vergessen, es ist der Pazifik, der ist immer ziemlich kalt, dafür aber nicht so salzig wie der Atlantik.
Nach einer Nacht in Constitución sind wir am nächsten Morgen des darauf folgenden Tages weiter nach Santa Cruz gefahren. Dort wollten wir die “Ruta del vino” nehmen und uns ein bisschen das chilenische Weinanbaugebiet ansehen.
Während des Mittagessens, das wir uns kurz vorher an einem Obst- und Gemüsestand besorgt hatten, rief der Vater einer Freundin an, um sich zu erkundigen, wann wir seine „Viña“ besichtigen kommen würden. Ich hatte ihm erzählt, dass meine Familie mich über Weihnachten besuchen kommt und ihn gefragt, ob wir uns nicht treffen könnten, um eben seine Weinreben zu besichtigen.
Wir fanden den darauf folgenden Tag sehr passend dafür und konnten somit ohne Stress nach Santa Cruz fahren, um dort in das “Museo histórico nacional” zu gehen. U. a. konnten wir dort die Maschinen der Weinherstellung und ihre Entwicklung betrachten.
Am folgenden Tag trafen wir uns mit dem Vater meiner Freundin und er brachte uns zuerst einmal zu zwei Freunden von ihm. Der eine ist Winzer, er baut Wein an, um die Trauben zu Wein zu verarbeiten, der andere ist auch Winzer, nur baut er sie zum Essen an. Zwei ähnliche Tätigkeiten, die doch extrem verschieden sind. Eine sehr spannende Sache, mal in so einen mehr als 500l großen Destilator zu gucken. Da gerade keine Erntezeit war, waren die Behälter leer, sonst hätten wir ein Problem gehabt, wenn wir den Behälter geöffnet hätten. ?
Interessant waren auch die Unterschiede des Weinanbaus an sich zu sehen. Die Reben für den Wein werden vertikal gepflanzt, d.h. wie man das beim Weinanbau kennt, die Pflanzen wachsen in die Höhe. Die Reben für die “Tischtrauben” wachsen horizontal, d.h. sie bilden eine breite Fläche, um somit mehr Sonne zubekommen.
Ein Unterschied zu europäischem, bzw. deutschem Weinanbau ist, dass die Felder in Chile im flachen Land angelegt werden und nicht wie bei uns im Hang. In Chile brauchen die Reben nicht am Hang angepflanzt werden, denn die bekommen ja so schon genügend Sonne ab.
Alle Weinfelder, und es gibt hier ne ganze Menge Weil, sind mit Drahtzäunen umringt, teilweise auch mit Stacheldraht, damit die Leute sie nicht betreten und zerstören. Ob das hilft, weiß ich nicht, aber die Chilenen glauben daran.

Nach einem interessanten Tag mit viel Information über den Weinanbau und einer allgemein aufregenden Zeit mit einer höchstspannenden Autofahrt kamen wir am Abend wieder in Santiago an. Völlig fertig, aber super glücklich!

Wenn ich heute einen Toyota Yaris Limousine durch die Straßen fahren sehe, muss ich immer wieder lachen, denn dies war das Auto, was wir und für diese Fahrt geliehen hatten.

Dez
20

Ein unbeschreibliches Abenteuer! Teil 1

Ein unbeschreibliches Abenteuer war die Rückreise von Concepción nach Santiago.
Aber erst einmal alles von vorne.
Seit Juni spiele ich in dem Club Manquehue, einem der vielen Sportvereine in Santiago, Volleyball. Die Saison beginnt im Oktober und endet im Dezember, vor Weihnachten. Sie ist mit drei Monaten relativ kurz, aber dafür hatten wir fast jedes Wochenende Doppelspieltage, d.h. Samstag und Sonntag ein Spiel. Diese Liga nennt sich “Liga Nacional de Chile” und beschränkt sich hauptsächlich auf Santiago. Ausnahmen sind Los Andes und Concepción. Wie es natürlich kommen musste, hatten wir unser letztes Spiel am Samstag, den 13.12.08 in Concepción. Da aber meine Familie, sprich meine Eltern und mein Bruder, schon am 11.12.08 in Santiago angekommen sind und ich sie nicht einfach in Santiago lassen wollte, mussten sie natürlich mit. Also mit dem Nachbus Freitag los und am nächsten morgen so gegen 6.30 Uhr Ankunft in Concepción - immerhin fährt man locker sechs/sieben Stunden darunter. Als wir dort ankamen hatten wir den ganzen Tag noch Zeit, denn Anpfiff unseres Spiels war erst gegen 17.00 Uhr.
Also erstmal Frühstücken und die Zeit totschlagen. Concepción ist nicht so eine große Stadt, man kann im Zentrum und in den kleinen Nebenstraßen hervorragend alles zu Fuß erledigen.
Nachdem der Tag so entspannt und ruhig begonnen hatte kam für uns Spielerinnen natürlich die eigentliche Anstrengung des Tages, das Spiel gegen “Universidad de Concepción”. Es war das letzte der Saison, umso schöner würde es sein, wenn wir es gewinnen würden, auch da meine Eltern und mein Bruder dabei waren. Der Spielverlauf war wie immer: Am Anfang stark angefangen, in der Mitte schwach geworden und am Ende die Nerven behalten, um das Spiel doch noch zu gewinnen. Und das haben wir dann auch! Wir haben gewonnen! Vielleicht auch Dank unserer treuen Fans, die extra mitgereist sind! :-)
Danach gab es noch ein weiteres großes Highlight: Das Semifinale der Basketball-Liga der Herren. Ein riesen Spektakel bei dem die Heimmannschaft “Universidad de Concepción” sich durch eine vollbesetzte Halle einen kleinen Vorteil verschaffen konnte und am Ende das Spiel gegen “Boston College” gewann.
Am Abend sind die Mädels wieder nach Santiago zurückgekehrt, doch meine Familie und ich wollten ein bisschen die Gegend zwischen Concepción und Santiago kennen lernen und deshalb beschlossen sich ein Auto zu mieten und auf eigene Faust in drei oder vier Tagen die Sechs-Stunden-Fahrt zurückzufahren.
Das Abenteuer konnte beginnen!
Wir mieteten uns ein Auto der Klasse B, also ein Vier- oder Fünftürer. Was eigentlich völlig gereicht hätte, doch sich im Nachhinein als eine große Herausforderung herausstellte. Denn normaler Weise sind die Autos in hügligen oder bergigen Ländern wie z.B. Chile etwas hochgebockt, naja normaler Weise, doch unsers war eher tiefer gelegt, mit einem Bodenabstand von max. 10-15cm. Das hieß also, vorsichtig fahren und hoffen dass keine Bodenwelle oder gar ein Schlagloch kommt. Da aber das chilenische Straßennetz gerne mal dir einen Streich spielt, haben wir bei so mancher Bodenwelle eine Farbspuhren hinterlassen. Größtenteils gab es nur eine Lösung: Alle Mann vor der Bodenwelle aussteigen, drüberfahren und hinter ihr wieder einteigen. Anschnallen und die Fahrt konnte weiter gehen. Ein weiteres Phänomen sind die Straßen, die im Straßenplan in einem hervorragenden Zustand eingetragen sind und in wirklich kein nur als Sand- oder Schotterweg existieren. Natürlich wurden wir mit diesem Auto von Tag zu Tag vorsichtiger und achteten auf alles, denn acht Augen sehen mehr als zwei. So sind wir z.B. auf dem Weg nach Constitución einer Straße gefolgt, die laut Plan am Mehr entlangführen sollte, doch stattdessen brachte sie uns ein Berg nach dem anderen immer höher und höher. Wir dachten uns nichts dabei, denn irgendwann müsste es ja auch wieder abwärts gehen. Die Abfahrt kam dann auch, doch etwas anders als geplant. Die Straße existierte zwar, aber war vor ein paar Monaten erst komplett abgerissen worden, um sie neu zu teeren. Somit fuhren wir die nächsten fast 19km eine Sandstraße den Hang hinunter. Nach jeder Kurve überlegten wir uns, “was wird wohl nach der nächsten kommen?”. Einmal wurde die Straße einseitig gesperrt, da ein Kran einen LKW belud und der erst wegfahren würde, wenn er voll wäre. Ein anderes Mal wurde die Straße komplett gesperrt, gerade Sprengungen durchgeführt wurden, um jenen Teil der Straße zu erweitern.
Das was ihr eben gelesen habt, waren die Highlights der Fahrt in unserem “Special-nicht-für-Chile-gebauten” Auto. Eine zwar anstrengende, aber auch schöne und abenteuerreiche Fahrt.
Der zweite Teil dieses unbeschreiblichen Abenteuers wird mehr um die Sehenswürdigkeiten gehen, die wir neben dieser Fahrt bestaunen konnten.

Dez
09

Die Urlaubszeit hat begonnen!

Nachdem endlich der letzte große Stress in der Uni vorbei ist und meine Familie mich über Weihnachten hier in Chile besuchen kommt, kann ch meine Ferien und den Aufenthalt hier so richtig genießen. Klar konnte ich das vorher auch schon ein bisschen, aber ich habe mich dann doch eher auf die Uni konzentriert. Ich wusste ja, reisen kann ich immer noch - mir bleiben ja noch gute drei Monate.

Jetzt sind also diese drei Monate angebrochen und ich weiß gar nicht, wo ich hin will. Aber mal schaun, es wird sich schon was nettes finden lassen. Natürlich soll der Süden, wie auch der Norden, Chiles unbeschreiblich schön sein, doch reizen tun mich auch die Länder drumherum, wie Argentinien, Bolivien, Perú, …

Mal sehen, wo es mich hinziehen wird.

Mit meiner Familie geht es am 21.12.08 erst einmal ein Stückchen in den Norden in die Wüste, genau genommen nach Caldera.

Okt
20

Chichichi lelele, viva Chile

Für die Fußballfans unter uns eine weitere Attraktion: CHILE gegen ARGENTINIEN! Ein super Spiel, bei dem letztendlich Chile 1-0 gewonnen hat, was eine große Überraschung ausgelöst hat. Selbst bei mir und einer Freundin von mir. Wir saßen in einer Bar, natürlich eine Sportkneipe und haben das Spiel über Liveschaltung im Fernsehen gesehen. Wo wir schon einmal aufgefallen sind, da wir zwei Deutsche waren und dann noch Frauen allein am Tisch.

UND dann noch ein echt gutes Spiel mit einem schlechten Ende für uns als Argentinien-Fans.

Das interessante an dem Abend war, dass am Nachbartisch drei Herren saßen, die uns nach dem Spiel angesprochen und wir ein bisschen über das Spiel geredet haben. Es stelte sich heraus, dass alle drei Herren eine längere Zeit in Deutschland gearbeitet haben und hin und wieder unse Komentare zum Spiel verstanden hatten, was wir natürlich nicht gehofft hatten. Aber so was kann hier dann doch immer mal wieder vorkommen. Einer der Herren sagt zu mir nur, dass ich ein schlechtes Deutsch spreche und er mich nicht immer verstanden hatte. Da habe ich erst einmal gestutzt und ihn gefragt, weshalb. Ich muss dazu sagen, dass meine Freundin aus Hambug kommt und ich aus München. Er meinte, sie spreche ein viel klareres Deutsch, als ich sei viel verständlicher. Da fragte ich ihn, wo er denn in Deutschland gearbeitet hätte und er sagte mir in Saarbrücken. Plötzlich musste ich lachen, und er schaute mich verdutzt an. Ich sagte ihm, dass man wohl im Saarland einen krasseren Dialekt spreche, als ich es tue. Aber eigentlich spreche ich gar keinen Dialekt. Naja er blieb trotzdem bei seiner Meinung, dass mein Deutsch schlecht wäre. Ich ließ es so stehen, denn ich wollte nicht mit ihm über meine Sprache diskutieren, und meine Freundin und ich verabschiedeten uns. Sie fuhr nach Hause, denn sie musste am nächsten Tag arbeiten und ich fuhr mit ‘nem Micro ins Zentrum, dort hatte ich mich mit ein paar Freunden aus der Uni verabredet. Wir wollten ein bisschen feiern gehen. Als ich am Plaza Italia ankam sah ich eine große Menschenmasse, die den Sieg Chiles feierten. Einige umzingelten ein Sendeauto eines chilenischen Fernsehsenders. Nein, sie umsingelten es nicht, sie hatten es völlig eingenommen und fingen an auf dem Auto herumzuspringen. Die Reporter versuchten so schnell wie möglich die Antenne auf dem Autodach einzufahren und von dort zu verschwinden. Denn langsam fingen die Leute auf dem Autodach an zu randalieren. Plötzlich drehte ich mich um, dann ich hörte Schreie, da sah ich, dass eine Horde von Menschen auf uns zu rannten und ihnen folgte ein gepanzerter Polizeibus. Ich drehte mich um und rannte los. Wohin? Egal wohin, einfach nur aus der Reichweite des Busses, denn dieser Bus hatte einen riesigen Wasserwerfer auf dem Dach. Das ist eine der Methoden der Carabineros hier in Chile, randalierende Fans oder auch Studenten zu bewältigen. Sie spritzen die Leute mit Wasser nach, aber dieser Strahl ist so stark, dass er selbst die Glasfenster an den Bushaltestellen zerbricht. Eine weitere Methode ist Tränengas, auch nicht gerade harmlos. Aber zurück zum Wasserwerfer, ich lief als der Masse hinterher. Einfach nur weg, raus aus der Reichweite. Da kam ein zweiter Wasserwerfer um die Ecke und ein paar Jugendliche und ich sahen keinen Ausweg mehr, als uns in eine Ecke des Movistar-Gebäudes zu verziehen und zu hoffen, dass der Strahl uns hier nicht trifft. Glück gehabt, es felten etwa zwei Meter, dass wären wir nass geworden. Der Bus fuhr an uns vorbei und man hörte nur noch Schreie und Glas zersplittern. Als die Luft rein war, habe ich mich auf den Weg zum Treffpunkt gemacht. Auf dem Weg dorthin lief ich hinter einigen Jugendlichen her, die schon ziemlich angetrunken waren und angetrunkene Chilenen machen mir etwas Angst, denn die fangen dann meistens an zu randalieren. Auch die jugendlichen vor mir fingen damit an, sie nahmen einige Steine, die herumlagen und warfen sie gegen Fensterscheiben, dabei gingen auch einige Scheiben zu Bruch. Ich versuchte so schnell wie möglich an ihnen vorbei zukommen, denn ich hatte keine Lust Opfer einer Randale zu werden.

Zum Glück hatten sie nicht das gleiche Ziel wie ich und ich konnte sicher zum Treffpunkt, einer Disco namens „Miel“, gelangen.

Ein Arbenteuer erster Klasse!