Die geplante Überfahrt nach Chaitén - Der Tag danach
Am nächsten Morgen warteten wir auf den Anruf, aber wie wir uns das schon gedacht hatten: Es kam natürlich keiner! Auch so ne Art der Chilenen, zu einer Sache die Zusage geben und diese dann nicht einhalten. Also habe ich den ganzen Morgen, den ganzen Mittag und den halben Nachmittag versucht in diesem Büro irgendjemanden zu erreichen, aber es hat keiner abgehoben. Ich erinnerte mich, dass ich den Tag davor, also am Sonntag, dort gegen 17:30 Uhr angerufen hatte und, dass in der Zeit jemand im Büro wäre. Da auch an diesem Montag ein Schiff auslaufen würde, wusste ich, dass wir bis spätestens 23.00 Uhr im Büro jemanden antreffen würden. Denn wir entschieden uns mal wieder zum Hafen zu fahren, um die Angelegenheit persönlich zu regeln. Vorher musste ich mir noch einen Flug nach Punta Arenas besorgen, denn ich hatte die Nase gestrichen voll, von Schifffahrten, speziell mit Naviera Austral!
So gelangten wir gegen 19.00 Uhr zum Büro und dieses, als wir es betraten, war voll von Menschen. Bevor wir eingetreten waren meinte Paula nur: „Du hältst den Mund und sagst gar nichts. Ich werde das regeln.“ Ich sah, dass sie 180 war und dachte mir, gut, gut, ich muss nichts sagen. Ich stellte mich im Büro gleich mal in eine Ecke, um das folgende Spektakel zu beobachten. Im Büro saßen das Mädchen vom Vortag, ihre Vorgesetzte und zwei weitere Kolleginnen. Die Kollegin vom Vortag war nicht da. So fing Paula erst einmal den „Fall“ von gestern wieder ins Gedächtnis des Mädchens zu setzten und fügte hinzu, dass sie am Morgen auf den Anruf gewartet hätten, der aber ausgeblieben war. Da meinte das Mädel nur, dass sie sehr beschäftigt gewesen wäre und keine Zeit gehabt hätte. Ok, schlicht, die hatte es vergessen. Im Gespräch kam heraus, dass alles meine Schuld gewesen wäre: Ich hätte ja den Überweisungsdurchschlag an das Büro faxen sollen, was ich aber nicht gewusst hatte. Ihr Argument war nur: Das steht doch auf der Reservierung, ich erinnere, das Kleingedruckte. Die Vorgesetzte schaltete sich in das Gespräch, was mittlerweile ein Streit war, ein und plötzlich kam die Kollegin vom Vortag aus dem Nebenzimmer, denn sie hatte wohl das Gespräch mitbekommen. Diese erklärte nun der Vorgesetzten die Geschichte aus ihrer Sicht. Da gab die Vorgesetzte nach und schlug vor, mir das Geld zu überweisen. Doch wir wollten es bar auf die Hand, denn erstens ist die Frage immer, kommt das Geld überhaupt an und zweitens, habe ich gar kein chilenisches Konto. Nach einer kurzen Zeit und vielem Runmgedruckse, bekam ich dann doch das komplette Geld bar zurück und außer einer fehlenden Unterschrift meinerseits, war der Fall erledigt und wir konnten ein wenig triumphierend das Büro verlassen.
Ich habe daraus gelernt, Naviera Austral werde ich nicht weiter empfehlen. Die Leute sollten um diese Schiffsgesellschaft lieber einen großen Bogen machen!